12. September 2020 Kubotan Lehrgang bei Alpha Combat in Willich

Nachdem in der Corona Anfangszeit ja lange das Training ausgefallen ist, hatte Daniel einen kostenlosen Lehrgang in Aussicht gestellt, gefolgt von einem geselligen Teil mit Pizza und Bier. Heute war es dann soweit.

Was ist eigentlich ein Kubotan. Einfach gesagt ein Schlagverstärker. Wir setzen die stumpfe Variante ein, die in der Regel keine blutenden Wunden verursacht (wer weiss, was man sich da holen kann), dafür aber äusserst effizient gegen Knochen und Gelenke eingesetzt werden kann. Schon ein leichter Schlag ohne grosse Kraft gegen einen Ellenbogenknochen, den Handrücken oder den Kopf, sorgt für ein seht unangenehmes Gefühl oder sogar einen sehr deutlichen Schmerz.

Entsprechend trainierten wir das ziehen des Kubotans aus der Hosentasche, so wie den Einsatz aus verschiedenen Szenarien heraus am Partner/Gegner.

Nachdem Lehrgang gab es dann die versprochene Pizza und Bier sowohl mit, als auch ohne Alkohol und netten Plausch und Smalltalk. Während einer Bierlaune gab es dann noch einen kurzen „Liegestütz auf den Fäusten auf dem Asphalt“ Battle, dann verabschiedete ich mich 🙂

 

 

23./24. November 2019 – Critical Bleeding Seminar

Mal etwas ganz anderes, aber sehr interessantes Seminar. Nachdem ich ja prinzipiell auch Messer- und Schusswaffenabwehr trainiere ist es wichtig zu wissen, wie versorge ich entsprechende Verletzungen. Eingeladen wurde zum Seminar vom „Alpha Combar Club Willich“.

Nach einer Einführung „welche Verletzungen gibt es“ was schon nicht schön aussah, wurde entsprechendes Versorgungsmaterial vorgestellt. Und sofort stellte man fest, nichts davon findet man in einem KFZ-Verbandskasten. So werden Stichverletzungen idealerweise mit selbstklebenden Abdeckungen (Chest Seals), möglichst mit Ventilfunktion, abgeklebt, so ist die Wunde abgedeckt, sollte aber die Lunge verletzt sein, kann so Überdruck aus dem Körper entweichen, ohne dass die Lunge durch den Druck kollabiert. Mit etwa 20 Euro pro Stück (ein kompletter Verbandkasten liegt bei etwa 10 Euro) nicht das günstigste Handwerkszeug. Und Bei einem Messerangriff hat man schnell mehrere zu versorgende Wunden.

Bei verletzte Arterien kann man nicht zwingend mittels Druckverband die Blutung stoppen. Hier haben wir mittels Wundgaze die Blutung gestoppt, indem wir dies in die Wunde einbrachten. Interessant zu wissen, bei Torso Verletzungen funktioniert das nicht.

Stark blutende Arterienverletzungen werden bis zum eintreffen der Rettungskräfte abgedrückt. Idealerweise mit einem Tourniquet (in annehmbarer Qualität ab ca. 35 Euro) abgebunden. Zeitrahmen, um dem Verletzten das Überleben zu sichern, etwa 30 Sekunden!

Der zweite Tag bestand sehr stark aus praktischer Übung. Auffinden einer verletzten und bewusstlosen Person. Untersuchung auf lebensbedrohliche Verletzungen, überprüfen der Vitalfunktionen, untersuchen auf  Frakturen der Rippen, Arme und Beine, untersuchen auf nicht sofort erkennbare Blutungen/Verletzungen, bei Bedarf abbinden mittels Tourniquet, verbringen in die stabile Seitenlage.

Danke an Iris und Birger, meine „Trainingspartner“ am Sonntag.

Interessant ist ein solches Seminar meiner Meinung nach, weil solche Verletzungen durchaus auch im Alltag auftreten können. Fahrradunfälle, KFZ-Unfälle, Wanderunfälle, Haushaltsunfälle…dann ist es vielleicht kein Messer, sondern ein Ast, ein Zaun. ein Kugelschreiber in der Hosentasche, …

Mein persönliches Fazit: ich werde mir eine kleine Grundausrüstung für solche Fälle anschaffen, der Standard „Erste Hilfe Kurs“ geht auf solche Anforderungen nicht ein, ohne diesen Lehrgang hätte ich im (hoffentlich nie eintretenden) Notfall nichts ausrichten können, weil alles was ich bisher gelernt habe, nichts bewirkt hätte.