Selbstverteidigung gegen Messer

Ja und nein. Trifft man auf einen Angreifer mit einem Messer, hat man quasi keine Chance, ohne Verletzungen aus der Situation zu entkommen. Langes Training kann einem helfen, sich im Rahmen zu verteidigen und zumindest grundsätzliche Ideen zu liefern, aber unbewaffnet einem Angreifer mit einem Messer gegenüber zu treten ist eine ganz schlechte Idee. Und „mal eben“ einen Messerangriff wie gelernt abzuwehren und unverletzt zu bleiben fällt doch eher in die Kategorie Wunschdenken.

Zuerst sei klargestellt: ich kämpfe nicht gegen ein Messer, ich fliehe!

In diesem Fall ist Flucht keine Feigheit. Nun gibt es aber Momente, in denen man nicht fliehen kann, weil kein Platz vorhanden ist, Weil man mit dem Partner, den Kindern, den Eltern, etc. unterwegs ist und diese schlecht ihrem Schicksal überlassen kann.

Dann entscheiden wir zwischen zwei Situationen:

Bedrohung (gib mir dein Geld, deinen Autoschlüssel, etc.). In dem Fall gehen wir auf die Forderungen ein. Kein Geld und kein Autoschlüssel ist es wert, schwer verletzt oder getötet zu werden. Ausnahme: ein Angreifer bedroht dich mit dem Messer, während ein anderer sich an deinem Partner vergehen möchte.

Bei einem Angriff, rechtzeitig erkannt, hat man eine minimale Chance. Hier gibt es Techniken. Zu bedenken sind zwei Sachen. Zum einen ist die Gefahr gross, verletzt zu werden. Zum anderen ist eine Verletzung nicht so lebensgefährlich, wie mit mehreren Stichen abgestochen zu werden. Unsere Trainingsphilosophie ist es:

  • kontrolliere immer den Waffenarm, wenn du ihn einmal unter Kontrolle hast, lass ihn nicht mehr los
  • entwaffne den Angreifer nicht. Du kennst weder die Waffe, noch weisst du, wie er sich im nächsten Moment bewegen wird. Schlage oder trete so lange auf ihn ein, bis er nicht mehr in der Lage ist, das Messer als Waffe einzusetzen

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