Heute ging es wieder in die Abwehr von Messerangriffen. Im Gegensatz zu Messerbedrohungen, bei denen man entscheiden kann, komme ich der Forderung nach, oder möchte ich das nicht (bei „gib mir dein Geld“, ist die Entscheidung einfach, bei „zieh dich aus und dreh dich um“ würde ich schon überlegen), muss ich bei Messerangriffen reagieren, oder ich laufe Gefahr, zu sterben (siehe Messerstecher in Mannheim im Mai 2024).
Heute trainierten wir der zwei der gängigsten Angriffe. Der Messerangriff von unten, hier wird gerne der Körper, aber auch sehr gerne die Innenseiten der Oberschenkel angegriffen. Dort laufen die Beinarterien, was zu einem relativ schnellen verbluten führt.
Danach der Messerangriff von oben. Hier wird entweder wild in den Oberkörper gestochen, oder aber auch in den Hals. Denn stichschere Westen der Polizei enden am Hals, so dass dort das bevorzugte Ziel ist. Zusätzlich läuft dort die Halsschlagader, wodurch man ebenfalls relativ schnell verblutet.
Zuerst der reine Bewegungsablauf, dann realistischer mit „pumpenden“ Angriffen (der Angreifer sticht wieder und wieder zu). Gerade das pumpen wird von vielen Selbstverteidigungsschulen sehr gerne nicht trainiert, ist aber absolut realistisch (auch hier siehe wieder Mannheim 2024).
Entgegen jedem normalen Reflex ist es bei Messerangriffen wichtig, sich nicht aus dem Messerangriff heraus zu bewegen, wie es normaler Reflex ist, sondern in den Angriff hinein zu gehen. Damit verhindere ich das erneute ausholen, weil ich den Arm fixiere und der Ausholbewegung folge, so das nicht erneut zugestochen werden kann.
Im Gegensatz zu anderen Krav Maga Schulen entwaffnen wir nicht und das aus gutem Grund. Meist geht der Angriff so schnell, dass wir gar nicht sicher feststellen können, handelt es sich um ein Messer, einen Knüppel mit Nägeln, wie ist das Messer geschliffen. Ein scharfes Messer ist eine extrem gefährliche Waffe, da möchten wir nicht unbeabsichtigt hinein greifen. Daher fixieren wir den Arm, bringen den Angreifer dynamisch zu Boden und nehmen in Kauf, das der Messerarm bricht, ausgekugelt oder sonst wie unnutzbar gemacht wird.
Wie gesagt, ein Messerangriff, in dem mit Gewalt ein Messer in den Körper gerammt werden soll, ist ein Tötungsversuch, da nehme ich keine Rücksicht auf die körperliche Unversehrtheit des Angreifers.