Zuerst das Positive: Pfefferspray ist super, wenn ihr den Angreifer trefft. Die Wirkung ist grandios. Tränende, brennende Augen, Husten, super.
Jetzt das Negative: schon leichter Wind genügt, um den Sprühnebel wegzublasen. Von Gegenwind, der euch den Sprühnebel selber ins Gesicht bläst, ganz zu schweigen. Ihr trefft dann nur noch auf – sagen wir mal – 50cm Entfernung. Das ist weniger als eine Armlänge, das ist verdammt (und gefährlich) nah. Und damit ist die Gefahr, euch auch selber zu treffen, echt gross. Denn auch der Schmerzschrei eines Angreifers ist Gegenwind. Ausserdem ist die Dose zwar klein, aber doch zu gross für die Hosentasche der engen Skinny-Jeans. Wie sieht das denn aus? Also ab in die Handtasche. Dann ins Auto, irgendwo hin fahren, ne Kleinigkeit kaufen. Und schon liegt das Spray in der Handtasche unter dem Portemonaie und dem Autoschlüssel, Reissverschluss oder Knopf ist auch zu, es soll euch ja keiner beklauen. Jetzt – Notfall – wie lange braucht ihr, um an das Spray zu kommen? Seid ihr schneller als der Typ, der euch an den Haaren ins nächste Gebüsch reisst? Der euch eine zimmert, weil ihr schreit, er aber keine Aufmerksamkeit gebrauchen kann? Spoiler: seid ihr (leider) nicht.

Versteht mich nicht falsch, Pfefferspray ist geil, wenn man dazu kommt, es schnell und gezielt einzusetzen. Meistens kommt man nicht dazu und Pfefferspray gibt euch nur eine trügerische Sicherheit.
Ich möchte euch keine Angst machen, ich möchte euch die Augen für die Realität öffnen.
Ich möchte euch nichts verkaufen, ich möchte euch hilfreichere Alternativen bieten.
Ich habe im Freundeskreis jemanden, der vergewaltigt wurde. Ich weiss – ein bisschen – was das mit einer Frau macht. Und ich bin froh über jede Frau, der geholfen wird, damit ihr das nicht passiert.
Ich habe im Januar einen Lehrgang für Frauen gegeben, um sich vor Vergewaltigungen zu schützen, oder sich im Extremfall zu wehren. Das Feedback war super.
Während des Lehrgangs wurde ich angesprochen, dass es sehr schade sei, dass viele Frauen sich Lehrgänge wie diesen nicht leisten können, weil das Geld einfach zu knapp sei, besonders bei Alleinerziehenden (ich habe den Lehrgang für 14 Frauen kostenlos angeboten).
Und ein paar Wochen nach dem Lehrgang erhielt ich die Nachricht einer Teilnehmerin, dass sie sich dank dieses Lehrgangs aus einer Situation befreien konnte.
Zusammengefasst: Pfefferspray ist super. Aber dafür muss es jederzeit griffbereit sein. Seid ehrlich, wenn ihr ein Pfefferspray habt, habt ihr es immer griffbereit? Wisst ihr, wie es funktioniert? Oder beruhigt ihr damit nur euer schlechtes Gewissen?
Wenn ihr möchtet, ich biete Alternativen die funktionieren. Ihr könnt mich jederzeit ansprechen oder anschreiben. Kostenlos, unverbindlich. Ihr kommt in keinen Verteiler, werdet nicht ständig genervt, nicht angeschrieben, nicht angerufen.
Kontaktdaten findet ihr z.B. hier auf der Website www.plettner.info, oder ihr kontaktiert mit über Facebook oder Instagram.
Geniest eure Freizeit, bleibt sicher!