Heute starteten wir mit Messerbedrohungen. Im Gegensatz zu Angriffen, bei denen gehandelt werden muss, kann man bei Bedrohung entscheiden. Schlüssel, Geld, etc. sollte man ohne Kampf heraus geben. Das Messer als Waffe ist einfach zu gefährlich. Bedrohungen, bei denen ein Täter uns mit dem Messer in Schach hält, während der andere sich an Frau oder Kindern vergehen möchte sollte und zumindest kurz nachdenken lassen, wie wichtig uns „Familie“ ist. In aller Regel ist aber dann handeln erforderlich 😉
Den ersten Teil des Trainings übernahm Andreas, unser „Instructor in Ausbildung“ 😉 Messerbedrohungen zum Unterkörper. Gerne eingesetzt, wenn nicht jeder diese Bedrohung mitbekommen soll. So kann man halbwegs verdeckt bedrohen.
Den zweiten Teil übernahm ich. Hier ging es – ganz anderes Thema – um den Kubotan. Ich hatte mit unserem Trainer abgesprochen, häufiger Kubotantraining einfliessen zu lassen. Zurecht, wie sich heute zeigte. In weiten Teilen war es doch recht holperig. Es ging um Angriffe von oben, sowie Bodenkampf. In beiden Szenarien war wichtig, der Kubotan ergänzt unsere Techniken, er ersetzt sie nicht. Heisst, wir arbeiten wie gewohnt, lediglich wo sinnvoll, lassen wir den Kubotan mit einfliessen. Eine Ausholbewegung zum Schlag wird mit Kubotan einfach viel effektiver. Wenn ich mit der Kubotanhand am Hals bin und sowieso umpacken muss, kann ich den Kubotan auch kurz am Hals vorbei reissen, etc. Am Boden lag der Schwerpunkt auf „Kubotanhand befreien“ und dann den Kubotan einsetzen. Da jeder Angreifer wusste, was passiert, waren sie bemüht, die Kubotanhand zu fixieren. Was die Vorarbeit mit anderen Techniken quasi zwingend erforderlich machte.
Dazu hatte ich Kubotane aus Kunststoff angefertigt und etwas entschärft. Sie verursachen Schmerzen, aber keine ernsthaften Verletzungen. Nach anfänglichem Respekt wurde er dann doch mehr und mehr eingesetzt. Aufgabenstellung war es, nicht mit ihm zu schlagen, sondern mehr oder weniger kräftig zu drücken. Das zeigte einem, an welchen Stellen man Schmerzen erzeugen kann. Dort nicht nur gedrückt, sondern geschlagen, würde ein mehrfaches an Schmerz erzeugt, was ja im Endeffekt erwünscht ist.