29. April 2026 -Krav Maga in Krefeld (Trainer)

Heute hatten wir zwei Probetrainings, so dass ich das Technik Training ausfallen liess. Stattdessen startete ich mit dem Einsatz des Kubotan am Boden. Aufgabenstellung: jemand legt sich mit dem Kubotan auf den Boden, jemand anderes versucht, diese Person am Boden zu fixieren. Die fixierte Person muss sich befreien und aufstehen, die fixierende Person muss das verhindern. Dazu darf der (Übungs)Kubotan eingesetzt werden. Allerdings wird mit diesem während des Trainings nicht geschlagen, dazu ist die Verletzungsgefahr zu gross. Es wird, gerne kräftig, gedrückt. In den Oberkörper, die Rippen, den Rücken, ganz egal. Auch der Druck mit dem Übungs-Kubotan erzeugt Schmerz, dem man zu entgehen versucht. Und als Verteidiger lernt man so, welche Stellen man im Notfall mit einem echten Kubotan am besten attackiert.

Wieder einmal sei gesagt, der Kubotan ergänzt bekannte und einsetzbare Techniken, er ersetzt sie nicht. Ich kann also beispielsweise einen Kubotan einsatzbereit haben, kann mich aber so leicht mit normalen Techniken befreien, dass er gar nicht zum Einsatz kommt.

Hier tauschten wir dann durch, Männer gegeneinander, Männer gegen Frauen, gross gegen klein, leicht gegen schwer…

Hier stellte sich bei manchen Paarungen durchaus heraus, dass der Kraft- und Masseunterschied so gross sein kann, dass der Mann die Frau einfach auf den Boden „tackert“ und sie auch mit dem Kubotan keine Chance hat, sich irgendwie zu befreien. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute Nachricht ist, dass der Angreifer jetzt wusste, er wird mit einem Kubotan attackiert und sofort die Kubotan Hand fixiert hat. In einer wtatsächlichen Selbstverteidigungsposition ist das nicht der Fall, so dass man diesen durchaus einsetzen kann.

Krav Maga ist Selbstverteidigung, Selbstverteidigung kennt keine Regeln und ist schmutzig. Also musste ich immer wieder dazu ermutigen, schmutzig zu kämpfen. Finger in die Augen, kratzen, beissen (alles im Training nur angedeutet, hier muss der Angreifer dann ein bisschen mitspielen). Damit verbessert man seine Chancen ungemein, gerade Frauen. Man muss sich nur ein bisschen Platz schaffen, um den Kubotan frei zu bekommen und ihn wirkungsvoll einzusetzen, dann kann man dem Gegner anständig Schmerz zufügen, sich freikämpfen und flüchten. Denn Selbstverteidigung ist nicht zwingend „Sieg über den Angreifer“, Selbstverteidigung ist die Möglichkeit, sich zu entfernen, ohne dass uns der Gegner folgt. Wenn dies durch Flucht vor einem Gegner ist, den man vorher verletzt hat und der für kurze Zeit daran gehindert wird, sein Opfer zu verfolgen, haben wir unser Ziel erreicht. Sicher und unverletzt nachhause zu kommen.